Laufende Projekte
WeideLand17
Weidetiere schaffen Landschaft – Gemeinsam für mehr Vielfalt im Hotspot 17
Das Verbundprojekt befasst sich mit den Problemen bei der Erhaltung, Wiederherstellung und Vernetzung artenreicher Lebensräume. Dabei folgt es einem ganzheitlichen Ansatz aus Forschung, Naturschutzmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, konkreten Unterstützungsleistungen für die Bewirtschaftenden und Politik- und Beratungsarbeit. Im transdisziplinären Partnerverbund werden vielversprechende Potenziale zum Ausbau von Biotopverbünden unter zunehmendem Flächennutzungsdruck und sich verschärfenden Bedingungen des Klimawandels ausgelotet und erprobt. Dabei liegt der Hauptfokus des Gesamtprojekts auf der Weidetierhaltung im Projektgebiet. Dieses befindet sich innerhalb der Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland im Hotspot 17 (Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald) und seinen Randbereichen. Es ist über 870 km² groß und liegt in den Bundesländern Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Die NW-FVA ist mit dem Arbeitspaket „Dynamische Waldrandgestaltung durch extensive Beweidung“ (Kurztitel: Waldrandbeweidung) am Verbundprojekt beteiligt, denn kaum eine andere Form der Landnutzung erzeugt so unmittelbare Synergien zwischen Naturschutz, Tierwohl und nachhaltiger Lebensmittelproduktion und fungiert dabei gleichzeitig als emotionaler Türöffner für die Umweltbildungsarbeit.
Hintergrund: In der Landschaft findet man heute fast ausschließlich scharfe Grenzen zwischen Offenland und Wald. Es gibt immer weniger halboffene Übergangsbereiche, die eine wichtige Schutzfunktion für den Wald erfüllen, vor allem aber auch einer Vielzahl von spezialisierten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen. Im Waldnaturschutz ist der Bedarf an strukturreichen, gestuften Waldrändern seit langem bekannt. Allerdings besteht die Herausforderung, diese auf wiederkehrende Störungen angewiesenen Übergangsbereiche langfristig und dynamisch zu erhalten. Hier kann einer extensiven Beweidung eine besondere Bedeutung zukommen. Diese ermöglicht eine dynamische Gestaltung von halboffenen Strukturen, schafft so Ausweichhabitate für lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten und fördert zugleich das Tierwohl der Weidetiere.
Im Arbeitspaket Waldrandbeweidung der NW-FVA gibt es folgende Arbeitsschwerpunkte:
- Einrichtung von beweideten und unbeweideten Paaren von Transektflächen (Offenland – Waldrand – Wald)
- Erhebung von naturschutzfachlichen, waldstrukturellen und mikroklimatischen Daten auf den Transektflächen
- Vergleichende Analysen (beweidet/unbeweidet) der gewonnenen Daten in Hinblick auf Arten- und Strukturdiversität

Universität Kassel, Fachgebiet Landschafts- und Vegetationsökologie und Fachgebiet Betriebswirtschaft (Koordination)
Zweckverband Geo-Naturpark Frau-Holle-Land mit angegliedertem Landschaftspflegeverband
Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) (Förderkennzeichen 352589410E) im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN), sowie durch das Land Hessen (HMLU), das Land Thüringen (TMUENF), die Heinz Sielmann Stiftung und den Unstrut-Hainich-Kreis gefördert.



Projektsteckbrief auf der Website des BfN: https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/hotspot-17-weidetiere-schaffen-landschaft
Projektvorstellung auf der Website der Heinz Sielmann Stiftung: https://www.sielmann-stiftung.de/natur-schuetzen/grundsaetze/projektfoerderung/weidetiere-schaffen-landschaft